Vom Proof of Concept zum Prototyp: DBU zu Besuch bei QuiMo
Wie weit ist der QuiMo 1600 wirklich? Genau das wollte Herr Schötz, Leiter des Energiereferates der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bei seinem Besuch in unserer Entwicklung sehen. Wir haben ihm den aktuellen Proof of Concept live vorgeführt und den Konstruktionsstand des neuen Prototyps gezeigt, der noch 2026 zertifiziert werden soll und damit unter realen Baustellenbedingungen erprobt werden kann.
Der persönliche Austausch bot uns die Gelegenheit, unsere bisherigen Entwicklungsergebnisse nicht nur zu beschreiben, sondern praktisch zu demonstrieren. Im Mittelpunkt standen drei Themen. Der erreichte Entwicklungsstand, die konkreten Fortschritte an der Steuerung und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem im Feld erprobbaren Prototyp.
Warum innerstädtische Baustellen eine neue Maschinengeneration brauchen
Rangierflächen fehlen, Zufahrten sind schmal, Umweltzonen und Lärmschutzauflagen schränken dieselbetriebene Geräte zunehmend ein. Beim Bauen im Bestand kommt die Arbeit in geschlossenen Räumen hinzu. Gleichzeitig sind erfahrene Maschinenführerinnen und Maschinenführer schwer verfügbar.
Daraus leiten sich unsere Entwicklungsziele ab. Emissionsfreier Betrieb am Einsatzort, kompakte Bauweise, mehrere Funktionen in einer Maschine und eine Bedienung, die auch ohne jahrelange Routine beherrschbar ist.
Live vorgeführt. Was der Proof of Concept heute leistet
Der Besuch war als praktische Demonstration angelegt, nicht als Präsentation. Am bestehenden Proof of Concept lassen sich Lasten sauber nivelliert in vertikaler und horizontaler Richtung führen. Die Bewegungsabläufe sind durch die überarbeitete Steuerungstechnik gleichmäßiger und kontrollierter geworden. Steht die Last über der Achse, nimmt die Maschine eine kompaktere Geometrie ein und wird auf engem Raum besser manövrierbar.
Die nächste Maschinengeneration
Parallel haben wir den Konstruktionsstand der nächsten Maschinengeneration vorgestellt. Sie ist keine Detailüberarbeitung, sondern auf drei Ebenen neu gedacht. Die Konstruktion hält den Belastungen im dauerhaften Baustelleneinsatz stand, die Softwarearchitektur wurde neu strukturiert und die Steuerungstechnik harmonisiert das Zusammenspiel der hydraulischen Funktionen.
Ein Beispiel ist die Lastführung. Mehrere Gelenke und Zylinder wirken gleichzeitig auf Position und Ausrichtung des Lastarms. Klassische Steuerungen verlangen, jede Achse einzeln anzusteuern. Beim QuiMo 1600 übernimmt die Software diese Koordination, die Bedienperson gibt nur die Bewegungsrichtung vor. Wo Fachkräfte fehlen, entscheidet genau diese Einarbeitungszeit darüber, ob eine Maschine im Tagesgeschäft einsetzbar ist.
Treiber dieser Arbeiten ist das Feedback aus der Baupraxis. Rückmeldungen von Bauunternehmen haben einzelne Baugruppen spürbar verändert.
Ökologischer Nutzen im realen Betrieb
Der Umweltnutzen entsteht nicht auf dem Datenblatt, sondern im Einsatz. Der Betrieb ist lokal emissionsfrei und deutlich leiser, was Arbeitszeitfenster erweitert und Einsätze in Innenräumen und Umweltzonen ermöglicht. Die Multifunktionalität kann mehrere Einzelgeräte ersetzen und reduziert Transportfahrten, Vorhaltung und Materialeinsatz über den Lebenszyklus. Diese Effekte im laufenden Betrieb systematisch zu erfassen, ist zentraler Bestandteil der weiteren Arbeiten.
Nächster Meilenstein. Zertifizierung 2026
Der Prototyp der neuen Maschinengeneration soll noch 2026 zertifiziert werden. Erst damit verlässt die Maschine den geschützten Rahmen der Entwicklung und arbeitet im regulären Baustellenbetrieb. Der Einsatz unter realen Bedingungen liefert belastbare Daten zu Verfügbarkeit, Wartungsbedarf und Energieverbrauch und damit den Nachweis des ökologischen wie wirtschaftlichen Nutzens.
Für Bauunternehmen wird aus einem Entwicklungsprojekt eine einsetzbare Maschine. Darüber hinaus verfolgt QuiMo als Unternehmen und in eigener unternehmerischer Verantwortung das Ziel, die Technologie anschließend einer breiteren Anwenderbasis zugänglich zu machen.
Wir bedanken uns bei Herrn Schötz und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für den Besuch und den konstruktiven Austausch.
Über die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zählt zu den größten Umweltstiftungen Europas. Sie fördert innovative, modellhafte und lösungsorientierte Projekte, die konkrete Beiträge zum Schutz von Umwelt und Klima leisten.
Ein besonderer Fokus liegt auf praxisnahen Vorhaben sowie auf der Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen. Zu den Förderbereichen gehören unter anderem Umwelttechnik, Umweltforschung, Umweltkommunikation sowie der Schutz von Natur und Kulturgütern. Mit ihrer Förderung unterstützt die DBU Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und weitere Organisationen dabei, innovative Ideen in die Praxis zu übertragen.


