QuiMo im Praxistest: Kompakte Kraft für enge Baustellen

Im August 2025 wurde der erste Prototyp des QuiMo Einachs-Radladers in realitätsnahen Baustellensituationen getestet. Ziel war es, die Maschine unter praktischen Bedingungen zu erproben und Feedback für die nächste Entwicklungsstufe zu sammeln.

Begleitet wurde die Testphase durch ein erfahrenes Fachteam aus den Bereichen Anwendung, Arbeitssicherheit und Maschinenbau. Zusätzlich wurde der Prototyp erfahrenen Anwendern von STRABAG und ZÜBLIN vorgestellt, um Einsatzpotenziale, Bedienbarkeit und praktische Anforderungen im Baustellenalltag zu bewerten.

Praxistest unter realistischen Bedingungen

Im Fokus standen Anwendungen, bei denen kompakte Bauweise, Wendigkeit und präzises Positionieren besonders wichtig sind. Getestet und diskutiert wurden unter anderem das Be- und Entladen von LKWs, das Rangieren von Paletten und Gitterboxen sowie das Arbeiten auf engem Raum.

Auch mögliche Einsatzbereiche im Verkehrswegebau, Hoch- und Ingenieurbau sowie beim Bauen im Bestand wurden betrachtet. Gerade bei Sanierungen, engen Zufahrten oder begrenzten Baustellenflächen kann ein kompaktes und flexibel steuerbares Gerät Vorteile bieten. Perspektivisch wird zudem ein kleineres Gerät für Einsätze innerhalb von Gebäuden geprüft.

Deutlich weniger Platzbedarf beim Rangieren

Ein besonders aussagekräftiger Test war der simulierte Vergleich beim Be- und Entladen von LKWs. Dabei wurde der QuiMo-Prototyp mit einem konventionellen kompakten Baustellenlader verglichen.

Der Platzbedarf ab der simulierten Ladekante betrug:

Konventioneller kompakter Baustellenlader: ca. 7,20 m
QuiMo-Lader: ca. 3,75 m

Damit zeigte der QuiMo-Prototyp in diesem Szenario einen deutlich geringeren Rangierbedarf. Das ist besonders relevant auf Baustellen, auf denen klassische Maschinen nur eingeschränkt manövrieren können.

Bei konventionellen knickgelenkten Ladern muss sich das Gerät häufig möglichst gerade vor Paletten oder Gitterboxen positionieren. Bei Lenkbewegungen können Lasten unbeabsichtigt verschoben oder beschädigt werden. Der QuiMo-Prototyp zeigte hier Vorteile durch seine kompakte Bauweise und die Möglichkeit, präzise auf engem Raum zu arbeiten.

Demonstrierte Einsatzszenarien

Im Rahmen der Erprobung wurden verschiedene baustellennahe Anwendungen demonstriert. Dazu gehörten unter anderem das Be- und Entladen von LKWs, das Positionieren von Lasten sowie das präzise Arbeiten in beengten Bereichen.

Auch Anwendungen im Verkehrswegebau, Hoch- und Ingenieurbau, beim Bauen im Bestand sowie in der Bauwerkserhaltung wurden als mögliche Einsatzfelder betrachtet. Besonders interessant ist das Potenzial für Arbeiten, bei denen wenig Platz zur Verfügung steht und dennoch präzise Materialbewegungen erforderlich sind.

Für die Zukunft wird zudem ein kleineres Gerät geprüft, das auch innerhalb von Gebäuden eingesetzt werden könnte, beispielsweise bei Sanierungen, Umbauten oder Arbeiten im Bestand.

Erkenntnisse für die Weiterentwicklung

Aus dem Praxistest ergaben sich konkrete Hinweise für die weitere Entwicklung. Besonders wichtig ist eine noch feinfühligere Steuerung, um Bewegungen sanfter ausführen zu können. Erfahrene Bediener wünschten sich außerdem eine Bedienlogik, die stärker an Joystick-Systeme von Baggern oder Radladern angelehnt ist.

Auch die Stabilität im Gelände wurde als zentraler Punkt benannt. Diskutiert wurden unter anderem eine breitere Hinterachse, ein Rad- oder Pendelachskonzept sowie eine optimierte Gewichtsverteilung. Diese Punkte sind insbesondere bei unebenem Untergrund oder Fahrten im Gefälle relevant.

Weitere Anforderungen aus der Praxis betreffen einen zentralen Hebepunkt für das Versetzen per Kran oder Bagger, Zusatzhydraulik und Zusatzelektrik für Anbaugeräte sowie robuste Aufnahmepunkte für Werkzeuge oder Lasthaken.

Anbaugeräte, Akku und Bedienkomfort

Ein wichtiges Thema ist die Erweiterbarkeit des Geräts durch passende Anbaugeräte. Beim Randsteinsetzen wurde beispielsweise deutlich, dass ein geeignetes Anbaugerät erforderlich wäre, um das Potenzial des QuiMo-Konzepts wirtschaftlich zu nutzen.

Auch die Energieversorgung wurde betrachtet. Für den Baustellenalltag wäre ein einfach wechselbarer Akku vorteilhaft. Denkbar ist eine modulare Lösung, etwa mit 15 kWh plus optional weiteren 15 kWh.

Zusätzlich wurde der Bedienkomfort bewertet. Gewünscht wurden unter anderem längere Bedienhebel, zusätzliche Handauflagen und ergonomische Steuerungselemente. Eine optionale Kameraunterstützung könnte bei weniger präzisen Arbeiten, etwa beim Auskippen von Schüttgut, hilfreich sein.

Praxisnutzen und nächste Schritte

Der Praxistest bestätigt das Potenzial des QuiMo Einachs-Radladers für Baustellen mit begrenztem Platzangebot. Besonders beim Rangieren, Positionieren und Bewegen von Lasten auf engem Raum kann das Konzept Vorteile gegenüber konventionellen kompakten Baustellenladern bieten.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die weitere Entwicklung ein. Im Fokus stehen nun vor allem Steuerung, Stabilität, Bedienkomfort, Anbaugeräte und modulare Energielösungen — mit dem Ziel, QuiMo als praxisnahes Arbeitsgerät für moderne Baustellen weiterzuentwickeln.